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Krankenhaus Bethanien

9 Fakten zum Thema Lungenkrebs

Was ist Lungenkrebs?

Beim Lungenkrebs (Lungenkarzinom) handelt es sich um bösartige Veränderungen des Gewebes in verschiedenen Bereichen der Lunge. Wir unterscheiden den kleinzelligen (SCLC) von dem nicht-kleinzelligem Lungenkrebs (NSCLC). Der nicht-kleinzellige Lungenkrebs kommt viermal häufiger vor, als der kleinzellige.
Zum nicht-kleinzelligen Lungenkrebs gehören das Plattenepithelkarzinom (spindelzellig), das Adenokarzinom (schleimbildend) und das großzellige Karzinom (Riesenzellkarzinom). Heute differenzieren wir darüber hinaus noch sehr viel genauer.

Statistik

In Deutschland erkranken jährlich ungefähr 41.000 Menschen an Lungenkrebs. Männer sind dreimal häufiger betroffen als Frauen. Bei der männlichen Bevölkerung ist Lungenkrebs die häufigste, bei Frauen die dritthäufigste Krebsform — bei beiden Geschlechtern die häufigste krebsbedingte Todesursache.

Ursachen

Die häufigste Ursache für das Auftreten von Lungenkrebs ist das Rauchen und das Passivrauchen. 92 % aller Lungenkrebspatienten rauchen länger als 20 Jahren. Umwelteinflüsse und giftige Stoffe wie Asbest, Radon, Chrom- oder Nickelverbindungen können die Erkrankung auslösen. Hat man beruflich mit diesen mit diesen Stoffen zu tun, kann Lungenkrebs als Berufserkrankung anerkannt werden.

Beschwerden

Symptome treten häufig erst spät im fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung auf. Man leidet unter Husten, Bluthusten, Luftnot und Brustkorbschmerzen. Oft kommt es zu ungewollten Gewichtsabnahme, Nachtschweiß oder Müdigkeit – diese Symptome sind aber nicht krebsspezifisch.

An Husten sind langjährige Raucher meist schon über einen längeren Zeitraum gewöhnt. Bei Blutbeimengungen zum Husten (Hämoptysen) sollte jedoch immer ein Arzt aufgesucht werden.
Luftnot tritt erst spät auf. Sie kann eine Wasseransammlung im Brustkorb hinweisen, einen Pleuraerguss. Bei Veränderungen der Stimme kann der Tumors in die Stimmbandnerven (vor allem links) eingedrungen sein.

Diagnostik

Meist liefern bildgebende Verfahren die ersten Indikatoren für eine Lungenkrebserkrankung. In der Computertomographie können Veränderungen der Lunge und den umgebenden Organen detailliert dargestellt werden.

Im Weiteren können Spiegelungen der Atemwege (Bronchoskopie) mit Gewinnung von Gewebeproben Aufschluss über einen Tumor geben. Gewebeentnahmen von Lunge, Rippenfell oder Lymphknoten können mittels Schlüssellochtechnik in kleinen Operationen (minimalinvasiv) durchgeführt.
Am Ende der Diagnostik wird das sogenannte TNM-Stadiums bestimmt: T (Tumor) beschreibt die Ausdehnung des Tumors, N (Nodus) beschreibt die befallenen Lymphknoten und M die mögliche Metastasierung.

Therapie

Tumortyp und TNM-Stadium bestimmen die Therapie. Eine Therapieempfehlung wird in der Tumorkonferenz besprochen, in der alle in der Behandlung beteiligten Fachdisziplinen vertreten sind. Die Therapie wird dann für jeden Patienten individuell festgelegt.

Ist der Tumor örtlich begrenzt, hat die operative Therapie die besten Aussichten auf Erfolg. Das heißt, dass das veränderte Lungengewebe (mit Sicherheitsabstand) und die Lymphknoten im Abflussgebiet entnommen werden.
Hat der Tumor bereits in die benachbarten Lymphknoten oder andere Organe gestreut, kann zusätzlich eine Chemo- und/oder Strahlentherapie vor der Operation (neoadjuvant) oder nach einer Operation (adjuvant) notwendig werden. Wenn eine Operation nicht in Frage kommt, wird eine Strahlen- und/oder Chemotherapie durchgeführt.

Genomische Medizin

Für Lungenkrebspatienten hat der Therapieansatz der Personalisierten Medizin in den letzten Jahren neue Hoffnung gebracht. So kann bereits bei über der Hälfte der Patienten mit nicht-kleinzelligem Lungenkrebs mittels einer genetischen Analyse festgestellt werden, welche Art der Zellveränderung zu der krankhaften Wucherung führt. Für zwei der bekannten Mutationen gibt es bereits zugelassene Medikamente, für weitere sind aktuell Medikamente in der klinischen Erprobung. Sogar bei der sehr aggressiven und bislang weitgehend unerforschten Form des kleinzelligen Bronchialkarzinoms gibt es seit Ende 2012 erste Forschungserfolge: Mit Hilfe neu entwickelter Ansätze der Genanalyse und neuartiger Computer-Algorithmen gelang es, einzelne mutierte Gene in Tumoren zu identifizieren, die für deren Wachstum entscheidend sind. Damit wurde auch hier die Grundlage für die Entwicklung molekular ausgerichteter Therapieansätze geschaffen.

Prognose

Grundsätzlich gilt: je früher ein Tumor gefunden und eine Therapie begonnen wird, desto höher sind die Chancen auf Genesung. Eine Operation, bei der der Tumor komplett entfernt wird, hat die größten Aussichten auf Erfolg (bis 80%). Die Prognose verbessert sich auch durch die Beendigung des Rauchens.

Hat der Tumor bereits in andere Organe gestreut, kommt es nur in Ausnahmefällen zur Heilung. Durch eine medikamentöse Therapie kann der Tumor aber zurückgedrängt und die Lebensqualität erhalten oder verbessert werden.

Vorbeugung

Die Beendigung des Rauchens zählt zu den wichtigsten Maßnahmen einer Erkrankung mit Lungenkrebs vorzubeugen. Nach nur fünf Jahren ist das Risiko bereits um 50 % reduziert.

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